Sprungmarken

Mitschnitt Delmenhorst - Tonspuren einer Stadt

Ein Soundarchiv für Delmenhorst? Klingt gut!

Sound als Immaterielles Kulturgut – ein bewahrenswertes Zeitzeugnis

Jede Stadt wird von ihren Bewohnerinnen und Bewohnern vertont, die mit Fahrzeugen, Arbeitsmaschinen, Musik und Stimmen den Sound der Stadt prägen. Eine Stadt besitzt jedoch auch einen einzigartigen Klang. In Delmenhorst gefragt, werden bestimmte Geräuschquellen stets erwähnt, wie etwa die Züge, die mitten durch Delmenhorst fahren. Und es kommen noch typischere Klänge zur Geltung: ein Sprachgewirr, das auf den Charakter einer Stadt hinweist, die seit dem 19. Jahrhundert von Zuwanderung geprägt ist.

Die Geräusche der Stadt verändern sich stetig durch gesellschaftlichen und strukturellen Wandel und werden zusätzlich stets subjektiv wahrgenommen. Dieser Sound wird, wenn er nicht aufgenommen und gespeichert wird, zu nicht rekonstruierbarer Stadtgeschichte. In drei Projektphasen wird das Projekt „Mitschnitt Delmenhorst – Tonspuren einer Stadt“ die Klänge der Stadt Delmenhorst sammeln, bearbeiten und ausstellen:

Projektphasen

1. REC – Die Aufnahmebox
Innerhalb des zeitlichen Rahmens von einem Jahr werden mit einer Aufnahmebox an Orten in Delmenhorst Geräusche gesammelt. Es entsteht ein Audioarchiv, das dem Stadtmuseum über die Projektlaufzeit hinaus erhalten bleibt und dessen Tondateien auch für zukünftige Projekte nutzbar sein werden.

2. PLAY – Die Soundwerkstatt
Ein Ladenleerstand in der Delmenhorster Innenstadt wird zwischen Mai 2019 und April 2020 als Soundwerkstatt eingerichtet. Mit Workshops, Vorträgen und Filmabenden soll allen Interessierten die Möglichkeit geboten werden, sich kreativ mit ihrer Stadt(-geschichte) auseinanderzusetzen und sie in Form der aufgenommenen Töne zu bearbeiten, umzuwandeln und neu darzustellen.

3. FWD - Die Audiogalerie
Gemeinsam mit Workshopteilnehmerinnen und Workshopteilnehmern und Soundkünstlerinnen und Soundkünstlern entsteht eine Ausstellung zur Klanglandschaft der Stadt Delmenhorst. Zunächst als mobile Ausstellung entworfen, wird die Audiogalerie im Frühjahr 2020 durch die Stadtteile Delmenhorsts wandern und zum Abschluss die Dauerausstellung des Stadtmuseums bereichern.

Mit dem Projekt „Mitschnitt Delmenhorst - Tonspuren einer Stadt. Immaterielles Kulturgut sammeln, bearbeiten und ausstellen“ ist das Nordwestdeutsche Museum für IndustrieKultur Teil der aktuellen Förderrunde des Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes.

Kooperationspartner

Durch das Projekt „Mitschnitt Delmenhorst -Tonspuren einer Stadt“ erweitert das Stadtmuseum sein Sammlungsspektrum durch partizipativ gesammelte Sounds von Delmenhorst. Die drei Kooperationspartner Deutsches Rotes Kreuz (Kreisverband Delmenhorst), Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen (Regionalverein Landesteil Oldenburg) sowie die Autonomes Architektur Atelier GmbH, gestalten das Delmenhorster Museumsprojekt in den kommenden 21 Monaten mit.

Kooperationspartner