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Wissenschaftlicher Beirat

Die Konzeption des 1996 eröffneten Nordwestdeutschen Museums für IndustrieKultur auf der Nordwolle wurde vor mehr als 20 Jahren erstellt und seitdem nur punktuell im laufenden Museumsbetrieb weiterentwickelt. Nun ist es an der Zeit, das Museum für die nächsten Jahrzehnte wegweisend aufzustellen, die Vergangenheit kritisch zu analysieren und Leitlinien für die Zukunft zu diskutieren.

Der wissenschaftliche Beirat des Museums hat diesen Diskussionsprozess auf seiner ersten Sitzung im Jahr 2016 begonnen. Der zentrale Punkt der Tagesordnung war der Auftakt zur Erstellung eines Meinungsbildes zur künftigen Ausrichtung des Museums.

Einig war sich der Beirat darin, dass klare Hauptlinien zur Ausrichtung formuliert werden müssen, um eine inhaltlich tragfähige mittelfristige Perspektive bis 2030 auszugestalten.

Die Profilierung soll auf Basis der Alleinstellungsmerkmale erfolgen. In den vergangenen 20 Jahren Museumsarbeit haben sich mehrere thematische Schwerpunkte herausgebildet, die auch überregionale Aufmerksamkeit erlangt haben:

  1. Exzellent dokumentierte 100-jährige Industriegeschichte eines global agierenden Unternehmens der Textilvorproduktion von 1884 bis zum Konkurs 1981
  2. Exemplarische Geschichte der Unternehmensdynastie der Konzernherren-Familie Lahusen, deren Aufstieg und Fall sehr gut nachvollzogen werden kann
  3. Thematik der in mehreren Wellen erfolgten Arbeitsmigration für die Industriearbeit. Im Kern wird durch die Geschichte der Nordwolle das soziale Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen in einer Stadt im Kontext der Industriearbeit nachgezeichnet.
  4. Arbeitsbeziehungen in der Fabrik zwischen Konzernherren, Fachkräften und An- und Ungelernten, deren Zusammenwirken Industriearbeit praktisch erst möglich machte
  5. Produktionstechnik der Kammgarnspinnerei in einer einzigartigen Fabrikarchitektur des Nordwolle-Geländes („Stadt in der Stadt“)

Der wissenschaftliche Beirat wird im Laufe des Jahres 2016 Leitlinien zur Profilierung des Museums erarbeiten und zur Diskussion stellen. Ziel ist es, unverkennbare Hauptlinien der programmatischen Identität der künftigen Ausrichtung der Museumsarbeit bis 2030 zu fixieren. Für diesen Prozess zur Verdeutlichung und Klärung eines „roten Fadens“ will der wissenschaftliche Beirat seinen Beitrag leisten.

Die Publikation "Wirtschaftskrisen 1929 und 2009" wurde am 27. November 2015 vorgestellt und ist im Museum und im Buchhandel für 16,95 Euro erhältlich.

Mitglieder

  • Dr. Eva Schöck-Quinteros, Universität Bremen
  • Prof. Dr. Karen Ellwanger, Universität Oldenburg
  • Prof. Dr. Bernd Haasler, Pädagogische Hochschule Heidelberg,(Beiratssprecher)
  • Prof. Dr. Hans H. Bass, Internationaler Studiengang Volkswirtschaft, Hochschule Bremen
  • Dr. Simone Haasler, Universität Bremen
  • Apl. Prof. Dr. Jochen Oltmer, Institut für Migrationsforschung und Internationale Studien, Universität Osnabrück
  • Prof. Dr. Dietmar von Reeken, Institut für Geschichte und Didaktisches Zentrum, Leiter der Arbeitsstelle Regionale Geschichtskulturen, Universität Oldenburg (stellvertretender Beiratssprecher)
  • Prof. Dr. Welf Werner, School of Humanities and Social Sciences, Jacobs University Bremen
  • Dr. Carsten Jöhnk, Nordwestdeutsches Museum für IndustrieKultur (institutionelles Mitglied)
  • Hans-Hermann Precht (Ehrenmitglied)