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Pressemitteilung - 24. März 2021

Entsetzen über Brandanschlag auf Rathaus

Mit Entsetzen haben Oberbürgermeister Axel Jahnz, Corona-Krisenstabsleiter Rudolf Mattern und die gesamte Stadtverwaltung auf den Brandanschlag auf das Delmenhorster Rathaus reagiert. „Ich bin fassungslos“, sagte Oberbürgermeister Jahnz. „Der Täter hat nicht nur das Gebäude beschädigt, sondern auch Menschen in Gefahr gebracht. Im selben Flügel des Rathauses wohnt der Hausmeister mit seiner Familie. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Einsatzkräfte das Feuer nicht so schnell hätten löschen können.“

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hat ein 30-jähriger Delmenhorster am späten Dienstagabend mehrere Molotow-Cocktails durch ein Fenster der Tourist-Information im Erdgeschoss des Rathauses geworfen. Passanten konnten den Mann überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Laut Polizei gab der Tatverdächtige in einer ersten Vernehmung als Motiv für den Anschlag Unzufriedenheit mit den Corona-Regelungen an.

„Niemand von uns ist glücklich über die Pandemie“, erklärte Corona-Krisenstabsleiter Rudolf Mattern. „Selbstverständlich kann jede Bürgerin und jeder Bürger Maßnahmen zur Abwehr gegen das Virus hinterfragen und kritisieren – im Rahmen der Gesetze. Gewalt geht gar nicht. Solch ein Anschlag zielt nicht einfach auf ein Gebäude, sondern auf den Rechtsstaat und die demokratische Gesellschaft und damit auf uns alle.“

Darunter hätten nicht zuletzt die Kolleginnen und Kollegen zu leiden, die nun mit einem mulmigen Gefühl im Büro sitzen, um dort weiter ihren Dienst für die Allgemeinheit zu versehen. Sechs Beschäftigte der Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft (dwfg) sowie eine Kollegin aus dem KulturBüro, deren Arbeitsplätze sich in dem unmittelbar betroffenen Bereich befanden, sind kurzfristig anderweitig untergekommen. Die übrigen Stellen im Rathaus arbeiten weiter wie zuvor.

Wie hoch der Schaden an dem denkmalgeschützten Gebäude und am Inventar – unter anderem auch historische Holzwände der ehemaligen Stadtkasse – ist, lässt sich bislang nicht absehen. Ebenso ist noch unklar, wie lange es dauern wird, bis die beschädigten Räume wieder genutzt werden können.

„Als ich am späten Abend von dem feigen Anschlag erfahren habe, konnte ich es zuerst kaum glauben. Durch das schnelle Handeln der Feuerwehr konnte eine Katastrophe glücklicherweise verhindert werden“, sagte Oberbürgermeister Jahnz. „Den Einsatzkräften spreche ich meinen besonderen Dank aus. Ausdrücklich danken möchte ich aber auch den Zeugen, die den mutmaßlichen Täter durch ihr beherztes Eingreifen dingfest gemacht haben. Das ist echte Zivilcourage.“


Nr. 59|21 - msr