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Pressemitteilung - 13. November 2019

Neue Ausstellung in der Städtischen Galerie Delmenhorst

Am Donnerstag, 21. November, um 19 Uhr eröffnet die Städtische Galerie Delmenhorst die Ausstellung „Die Wege der Elisa Kosch“. Die Bremer Künstlerin Pia Pollmanns (geboren 1980 in Wülfrath) zeigt in der Remise rund 40 fotografische Arbeiten.

Die Großmutter der Künstlerin, Elisabeth Koschnicke, lieferte mit ihren autobiografischen Aufzeichnungen – mit einem Manuskript über ihre Vertreibung und Flucht aus Schlesien – den entscheidenden Anstoß für die präsentierte Serie. In den Jahren 2013 bis 2016 trat Pia Pollmanns sechs Reisen nach Polen an; jeder dieser Reisen folgten inhaltliche und ästhetische Revisionen, die in idealer Weise dazu geeignet waren, ein klares fotografisches Konzept zu entwickeln. Eine kompromisslos im fotografischen Stil des Dokumentarischen gehaltene Werkgruppe entstand. Bilder, mit denen die Fotografin auf einem schmalen Grat zwischen Dokumentation und Abstraktion wandelt. Wer „Die Wege der Elisa Kosch“ in der Delmenhorster Schau entlangspaziert, spürt eine über Generationen weitergetragene Unruhe, die in den balancierten, sich oft einer Symmetrie annähernden Kompositionen zur Ruhe zu kommen scheint; in einer Leere, die erfüllt ist von dem tiefen Schweigen, das Jean Baudrillard als das eigentliche Vermögen des fotografischen Bildes beschrieb. Weit entfernt vom beredten Ausgangspunkt der großmütterlichen Aufzeichnungen sind die Fotografien von Pia Pollmanns still – und sie stillen ein Bedürfnis, das in vielen Menschen nagt. In diesem Sinne können sie auch eine Projektionsfläche für all diejenigen sein, die nach einer alten oder neuen Heimat suchen.

Die Ausstellung wird durch eine Audioversion des großmütterlichen Memoiren-Textes ergänzt. Außerdem ist ein sorgfältig erarbeiteter Katalog im Snoeck-Verlag erschienen (deutsch/englisch, mit Texten von Elisa Kosch, Alejandro Perdomo Daniels und Annett Reckert, 152 Seiten, mit 45 farbigen Abbildungen, Format 19x24,5 cm, Hardcover, Preis 39,80 Euro).

Der Katalog, den die Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst und der Senator der Freien Hansestadt Bremen großzügig unterstützt haben, wird im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 21. November von Pia Pollmanns und Ingmar Lähnemann (Städtische Galerie Bremen) vorgestellt. Die Ausstellung „Die Wege der Elisa Kosch“ wird großzügig vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und dem Freundeskreis Haus Coburg unterstützt.


Nr. 503|19 - Städtische Galerie Delmenhorst