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Stadtempfang 2018

„Es war ein großartiger Kraftakt“

Rückblick, Ausblick und Austausch: An Gesprächsthemen mangelte es nicht beim Stadtempfang am Freitagabend (14. Dezember) in der Markthalle. Traditionell hatte die Stadt Delmenhorst Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie von Behörden, Firmen, Religionsgemeinschaften, Vereinen und anderen Einrichtungen und Institutionen eingeladen, um mit ihnen gemeinsam das Jahr 2018 ausklingen zu lassen.

Bevor die rund 220 Gäste zum Büfett von frischen Salaten bis zu deftigem Grünkohl und von heißer Hochzeitssuppe bis zu schmelzendem Schokoladenmousse sowie kalten Getränken und Kaffeespezialitäten schritten, ließ Oberbürgermeister Axel Jahnz die wichtigsten Themen des Jahres Revue passieren und wagte auch einige Prognosen für die Zukunft der Stadt.

Viele kleine und große Schritte nach vorn hat Delmenhorst in diesem Jahr gemacht. Dies wurde in der Ansprache von Oberbürgermeister Jahnz deutlich. Ereignisse von besonderer Bedeutung haben die Stadt bewegt, das größte und intensivste war wohl die Rekommunalisierung des Krankenhauses.

„Mit vielen anderen Menschen in Delmenhorst war ich in großer Sorge“, sagte Jahnz. „Es war ein großartiger Kraftakt!“

Es sei toll, dass der Rat der Stadt diese Zeit sehr tapfer durchgehalten und begleitet habe. Das Krankenhaus schreibe in der Konsolidierung wieder positive Zahlen. Es werde bereits an der Neuplanung eines Krankenhauses an der Wildeshauser Straße gearbeitet. Jahnz: „Wir haben bald einen Neubau, und hierfür hat es sich gelohnt zu kämpfen.“

Auch das neue City-Parkhaus bezeichnete der Oberbürgermeister als einen Erfolg. „Jetzt ist der Vorwurf weg, Delmenhorst reißt nur ab und baut nicht auf“, sagte er mit einem Augenzwinkern und fügte an: „Das neue Parkhaus, das ist gut für die Kaufleute.“

In der Debatte um wegfallende Förderleistungen für Zuwanderer in Delmenhorst hatte Oberbürgermeister Jahnz in den vergangenen Tages das Land Niedersachsen in die Pflicht genommen. „Integration ist nicht nach drei Jahren beendet“, betonte der Rathaus-Chef und konnte nach einem Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Deniz Kurku (SPD) aktuell berichten: „Wir werden auch weiterhin mit Mitteln zu rechnen haben.“

Auch die Neupflasterung der Innenstadt hob Jahnz lobend hervor. Besonders begeistert zeigte er sich von der derzeitigen Winterbeleuchtung: „Die ist fantastisch.“

Zum Thema Hertie sagte Jahnz: „Das muss man aushalten. Nach dem Sommer haben wir einen neuen Anfang gefunden und müssen nun die Frage klären: Abriss oder kein Abriss?“ Im ersten Quartal 2019 werde darüber entschieden. Schon jetzt zeigt sich der Oberbürgermeister optimistisch: „Wir werden einen guten Weg finden!“

Nach dem Abriss von Wohnblöcken im Wollepark im vergangen Jahr hat die Stadt die Zukunftsplanungen für das Wohnviertel in 2018 weiter vorantreiben können. „Wir werden zwei weitere Blöcke bekommen“, kündigte Jahnz an. „Und auch die werden wir abreißen.“

Positiv fiel auch der Blick auf die Finanzen aus. Die finanzielle Lage sei nicht üppig, aber zum ersten Mal seit vielen Jahren solide. Jahnz formulierte blumig: „Ich nenne es mal einen kleinen Frühling, und vielleicht haben wir bald einen Sommer.“

Nach seinem Jahresfazit verabschiedete Jahnz Verwaltungsdirektorin Petra Gerlach nach über 25 Jahren bei der Stadtverwaltung mit einem großen Strauß Blumen und warmen Worten. Gerlach wird im neuen Jahr Stadträtin in Cloppenburg.

Künstlerisch bereichert wurde der Empfang erneut durch einen Beitrag der Städtischen Galerie Delmenhorst. Außergewöhnlicher Hingucker war dieses Mal ein Schäferwagen. Anknüpfend an das im vorigen Monat beendete Projekt „Georg Winter. Delmenhorster Modell“, bei dem der Künstler unter anderem mit weidenden Schafen die Entwicklungsperspektiven der Stadt auslotete, erreichte die „Stadtverschafung“ nun mit der denkmalgeschützten Markthalle auch das Zentrum der Stadt.

Das Kahrs-Willms-Bartels-Trio umrahmte die Veranstaltung musikalisch mit klassischem Piano-Jazz samt jazziger Bearbeitungen von Glanzlichtern der Popmusik und Anklängen an Easy Listening. Im entspannten Zusammenspiel trug die Combo zur passenden unaufdringlichen Atmosphäre für den Stadtempfang-Abend bei.


14. Dezember 2018 - tif



Der Stadtempfang – eine Tradition

Bereits 1961 regte der damalige Oberbürgermeister Wilhelm von der Heyde an, einen "Ausspracheabend" mit Vertretern aus Wirtschaft, Bundeswehr und Behördenvertretern zu veranstalten. Zur Premierenausgabe des späteren "Stadtempfangs" kamen 150 Gäste ins Hotel "Zur Post".

Im Laufe der Jahre schwankte die Gästezahl stark, denn die Zusammensetzung der Gästeliste wurde ständig verändert. Zeitweise waren über 500 Personen zu Gast. Unter dem Titel "Stadtempfang" wurde die Veranstaltung erstmals im Jahr 1974 angekündigt. 

Beginnend mit dem Jahr 2002 beteiligten sich Sponsoren der örtlichen Wirtschaft an der Ausrichtung des Abends. Von der dadurch bedingten Umbenennung in "Wirtschaftsempfang" fand man ab dem Jahr 2008 wieder zurück zum traditionellen "Stadtempfang".