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Ein neuer Stadtteil in einem der großen Industriedenkmale Europas
Die Nordwolle zählt zu den bedeutenden Zeugnissen gründerzeitlicher Fabrikarchitektur und gilt als eines der großen Industriedenkmale Europas.
Nach der Gründung der "Norddeutschen Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei" 1884. schufen Werksarchitekten und Unternehmensleitung ein einheitliches Erscheinungsbild der expandierenden Fabrik und entwickelten dabei einen sachlichen und repräsentativen Baustil. Lage, Größe und Konstruktion der einzelnen Gebäude waren durch ihre Funktion und Bedeutung festgelegt. Die räumlichen Grenzen des Geländes bildeten die Bahnlinie im Süden und das Flüsschen Delme im Westen und Norden. Verkehrsanschluss und Wasserversorgung bestimmten so die Ausrichtung der Anlage von Süden nach Norden.
Der gesamte Komplex ging weit über eine Produktionsstätte hinaus.
In der direkten Umgebung der Fabrik wurden soziale Einrichtungen Arbeiter- und Beamtenhäuser und die Fabrikantenvilla mit einem weitläufigen Park errichtet. Abseits und abgegrenzt von der übrigen Stadt entwickelte sich ein weitgehend autarkes "Inselreich" - eine "Stadt in der Stadt" mit geschlossenem Charakter und einem eigenen sozialen Gefüge entstand. Auf eindrucksvolle Weise spiegelt die historische Bebauung in ihrer funktionaler und sozialer Abstufung noch heute die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wider.
Seit der Stillegung der Produktion 1981 entsteht hier ein neuer - "offener" Stadtteil in der Verbindung denkmalgeschützter Bausubstanz und moderner Wohnbebauung. Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Kultur- und Bildungsstätten haben sich angesiedelt. 1997 lebten und arbeiteten bereits wieder etwa 1000 Menschen auf dem Nordwolle-Gelände.

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