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Stadt trauert um früheren Stadtrat Friedrich Hübner

Die Stadt Delmenhorst trauert um Friedrich Hübner. Der ehemalige Stadtrat ist am Sonntag, 27. Juni, im Alter von 78 Jahren plötzlich gestorben.

In Delmenhorst geboren und aufgewachsen, war Hübner nach drei Jahren als Zeitsoldat und dem Studium der Rechtswissenschaften zunächst mehr als 20 Jahre bei der Freien Hansestadt Bremen sowie zwischenzeitlich nach dem Vorbereitungsdienst kurz beim Land Niedersachsen beschäftigt, bevor er im August 1993 in die Delmenhorster Verwaltung wechselte. Als Stadtrat war er insbesondere für die Bereiche Schule und Sport, Jugend und Soziales, Kultur sowie Gesundheit zuständig und leitete darüber hinaus eine Zeit lang auch das damalige Amt für Umwelt und Abfallwirtschaft.

Im Bereich Schule ist mit Hübner die Gründung der Integrierten Gesamtschule verbunden. Daneben setzte er sich unter anderem für das Ganztagsangebot sowie verschiedene Schulerweiterungen und -sanierungen ein. Für die Jüngsten trieb er den Neubau von Kindertagesstätten und die Einrichtung von Krippengruppen voran. Außerdem kümmerte er sich um die Förderung und Sanierung von Jugendhäusern. Auch die Einrichtung der Skateranlage auf den Graftwiesen fiel in seine Zeit. Aus dem einstigen Jugendhilfezentrum wurde unter seiner Ägide die Delmenhorster Jugendhilfestiftung.

Besondere Meilensteine im kulturellen Bereich waren 1996 die Gründung des Fabrikmuseums auf der Nordwolle und ein Jahr später die Eröffnung des benachbarten Stadtmuseums. Ebenso galt Hübners Wirken auch den anderen städtischen Kultureinrichtungen. Darüber hinaus hatte er aber auch die freie Kulturszene im Blick und machte sich beispielsweise für eine Probenstätte für das Niederdeutsche Theater Delmenhorst stark.

In der wechselvollen Geschichte des Krankenhauses investierte Hübner viel Arbeit in die Überleitung der damaligen Städtischen Kliniken in die neue Rechtsform des Klinikums Delmenhorst sowie Kooperationsverhandlungen mit dem St.-Josef-Stift – die mittlerweile fusioniert sind und wieder in städtischer Hand vor dem Neubau stehen.

Seinen Ruhestand ab Mai 2006 nutzte Hübner, sich in vielfältiger Weise ehrenamtlich weiter für seine Heimatstadt zu engagieren. Gerade in den vergangenen Tagen war er noch im Zusammenhang mit Veranstaltungen und Veröffentlichungen zum Stadtrechtsjubiläum in der Öffentlichkeit und in den Medien präsent. So kümmerte er sich als Vorsitzender des Heimatvereins aktuell nicht nur um das Heimatjahrbuch zu diesem Thema und organisierte Veranstaltungen, sondern verantwortete auch gemeinsam mit seiner Stellvertreterin eine Übertragung der Stadtrechtsurkunde in heutiges Deutsch.

Weitere sichtbare Zeugnisse seines Engagements in Verbindung mit der Stadthistorie sind beispielsweise die Bronzemodelle des Rathaus-Ensembles auf dem Rathausplatz und der Burg am Eingang zu den Graftanlagen. Mit Nachdruck unterstützte Hübner auch die Bemühungen, die Grafengruft in der Stadtkirche zugänglicher und repräsentativer zu machen.

Nicht mehr zum Abschluss bringen konnte er ein Projekt für eine Bronze im Zusammenhang mit dem „Frauenort Delmenhorst“, der am Beispiel der früheren Wolleanerin Ruth Müller die Geschichte der Textilarbeiterinnen in Erinnerung ruft. Dieses Vorhaben verfolgte Hübner seitens des Heimatvereins ebenso wie seitens des Förderkreises Industriemuseum Delmenhorst, wo er ebenfalls seit 2017 den Vorsitz innehatte. Auch in dieser Funktion verband er ein persönliches Faible für Geschichte mit dem Einsatz für das kulturelle Leben in der Stadt. Der Kulturförderung, in diesem Fall mit Schwerpunkt Kunst, widmete er sich darüber hinaus ebenfalls im Freundeskreis Haus Coburg, dessen Vorsitz er von 2009 bis 2017 innehatte. Seine Stimme ließ er außerdem als Tenor im Gesangverein Teutonia erklingen.

Besonders am Herzen lagen Hübner nicht zuletzt auch die Delmenhorster Städtepartnerschaften, insbesondere mit Borisoglebsk und Eberswalde. Im Deutsch-Russischen Sozial- und Kulturkreis, dem er bereits in dessen Gründungsjahr 1993 beigetreten war, wurde er 2006 zum Vorsitzenden gewählt. Er reiste mehrfach in die russische Partnerstadt, bemühte sich um Kontakte insbesondere in den Bereichen Kultur, Gesundheit, Wirtschaft und Jugend, unterstützte vor allem kulturelle Begegnungen sowie Schüleraustausch und organsierte gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen immer wieder auch humanitäre Hilfe. Im Partnerschaftskreis Eberswalde gehörte er zwar nicht zum Vorstand, war aber bei den Fahrten in die brandenburgische Stadt regelmäßig dabei.


29. Juni 2021

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