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Bywisch-Hullen-Schohasbergen

Das Landschaftsschutzgebiet Bywisch-Hullen-Schohasbergen ist mit einer Größe von 470,29 Hektar das größte in Delmenhorst. Es befindet sich im Nordosten der Stadt und stellt den Übergang zwischen städtischem Siedlungsraum und dem anschließenden Niederungsbereich der Ochtum dar.

Geprägt wird das Gebiet überwiegend durch die traditionelle Grünlandwirtschaft. Wiesen und Weiden werden durch zahlreiche Hecken, Baumreihen und Grabenzüge teilweise kleinräumig parzelliert. Immer wieder eingestreut sind zahlreiche Einzelgehöfte sowie die Siedlungen "Brandhöfen" und "Brückenesch", die jedoch vom Schutzstatus ausgeschlossen sind.

Von hoher naturschutzfachlicher Bedeutung sind unter anderem die feuchten Grünlandbereiche beidseitig des Neuenbrücker Weges (Schafkoven-Donneresch). Dort konnten sich teilweise schutzwürdige, niedermoortypische Pflanzengesellschaften ausbilden.

Insbesondere für Brut- und Rastvögel, die auf offene Raumstrukturen angewiesen sind, ist der Bereich Brandhöfen/Uhlenbrok attraktiv. Dieser Landschaftsraum ist für Brutvögel von regionaler sowie für Rastvögel von lokaler Bedeutung.

Auch Kopfweidenreihen durchziehen die Wiesen und Weiden. Sie belegen die traditionelle Art der Baumnutzung auch für diesen Landschaftsraum. Regelmäßig geschnittene Kopfweiden bieten zahlreichen Pflanzen- und Tierarten ideale Lebensbedingungen.

Besonders alte und strukturreiche Bäume sind als Brutplatz und Tagesversteck, unter anderem für den Steinkauz, sehr wichtig. Der Steinkauz als sehr kleine Eulenart ist in Niedersachsen vom Aussterben bedroht. Im Hasberger Raum konnte er in den vergangenen Jahrzehnten nur noch sehr vereinzelt und in unregelmäßigen Abständen nachgewiesen werden. Nur durch kontinuierliche Pflege können Kopfbäume über einen langen Zeitraum erhalten bleiben. Unterbleibt der notwendige Rückschnitt ("Schneiteln"), brechen die Bäume auseinander und sind nicht mehr lebensfähig. Aus diesem Grund gewährt die Stadt Delmenhorst zur Kopfweidenpflege Zuschüsse an Privateigentümer. Auf städtischen Flächen und an Straßen werden Kopfweiden regelmäßig gepflegt. Wo es möglich ist, werden sogar neue Kopfweiden gepflanzt.

Bestandteil des Schutzgebietes ist auch die Varreler Bäke, die zusammen mit Ochtum, Delme und Hache das FFH-Gebiet Nr. 250 bildet.
Das FFH-Gebiet Nr. 250 "Untere Delme, Hache, Ochtum und Varreler Bäke (EU-Kennziffer DE2817-331) wurde als Bestandteil des Europäischen Schutzsystems Natura 2000 ausgewiesen, um gefährdete Fischarten wie Meerneunauge, Flussneunauge, Bachneunauge, Steinbeißer und Lachs zu schützen.
Das FFH-Gebiet Nr. 250 erstreckt sich als Fließgewässersystem über die angrenzenden Landkreise Wesermarsch und Diepholz und liegt teilweise im Land Bremen. Innerhalb des Stadtgebietes findet es seine Fortsetzung in den Landschaftsschutzgebieten LSG DEL 8 "Ochtumniederung" und LSG DEL 10 "Langenwisch-Emshoop".

Für das gesamte Landschaftsschutzgebiet gilt eine ganzjährige Anleinpflicht für Hunde.