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Pressemitteilung - 22. Februar 2021

Neue Impulse für deutsch-polnischen Jugendaustausch

Mehr Begegnungen zwischen Jugendlichen: Das haben sich die Stadt Delmenhorst und ihre polnische Partnerstadt Lublin sowie deren weitere deutsche Partnerstadt Münster gemeinsam vorgenommen. Bei der Entwicklung neuer Inhalte und Formate für den Jugendaustausch können sie auf kompetente Unterstützung bauen. Denn für seine Bewerbung um die Teilnahme an einem Kooperationsprogramm des Deutsch-Polnischen Jugendwerks (DPJW) speziell für Kommunalpartnerschaften hat das Dreierbündnis jetzt eine Zusage erhalten.

Offizieller Auftakt des Programms soll ein Netzwerktreffen im Mai mit Vertretern aller ausgewählten Kommunalpartnerschaften sein – je nach dann geltenden Corona-Bestimmungen entweder in Bremen oder rein virtuell. Dabei geht es vor allem um bisherige Erfahrungen mit kommunalen Kooperationen in der Jugendarbeit und um neue Konzepte für internationale Jugendbegegnungen. Mit pragmatischem Blick auf die Umsetzung spielen auch organisatorische und nicht zuletzt finanzielle Fragen eine Rolle.

In der anschließenden Hauptphase ermitteln die Beteiligten in Zusammenarbeit mit dem DPJW ihre individuellen Möglichkeiten, die Partnerschaft um mehr Jugendanteile zu bereichern, und erarbeiten daraus einen Aktionsplan für dieses und das nächste Jahr. Zum Abschluss ist ein weiteres Netzwerktreffen im Herbst 2022 in Polen vorgesehen, bei dem sich die Teilnehmer über ihre neuen Kooperationsprojekte austauschen. Ein letzter Schwerpunkt soll dann darauf liegen, wie die frischen Impulse in möglichst dauerhafte Arbeit münden können.

„Wir freuen uns sehr, dass wir dabei sind“, sagt Mario Berger-Naujoks, stellvertretender Leiter des Fachdienstes Jugendarbeit. Gemeinsam mit Ute Winsemann, die in der Stadtverwaltung für alle Delmenhorster Städtepartnerschaften zuständig ist, kümmert er sich um das Projekt.

„Wir haben in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit internationalen Jugendbegegnungen gemacht“, erklärt Berger-Naujoks, „zum Beispiel bei Ferienfreizeiten mit unserer dänischen Partnerstadt Kolding oder auch bei einem Theatercamp mit deutschen, französischen und spanischen Jugendlichen im Sommer 2019 hier bei uns in Delmenhorst. Pläne für 2020 ließen sich wegen der Corona-Pandemie leider nicht verwirklichen.“

Gerade in den Jugendhäusern gebe es ein großes Interesse an derartigen Aktivitäten. „Durch eine stärkere Verankerung der Städtepartnerschaften in der kommunalen Jugendarbeit können wir Jugendliche aus allen sozialen Schichten einbeziehen“, betont der Diplom-Pädagoge.

Möglichkeiten, Gleichaltrige aus Lublin kennenzulernen, bieten derzeit ausschließlich Schulen. Das Max-Planck-Gymnasium pflegt mit seinem Musikzweig bereits seit 1993 einen Austausch mit dem Karol-Lipinski-Musikgymnasium. Höhepunkte der jährlichen Fahrten sind gemeinsame Konzerte in beiden Städten. Im vorigen Jahr hat die Corona-Pandemie die gegenseitigen Besuche verhindert; alle Beteiligten hoffen, dass es in diesem Jahr wieder weitergehen kann.

Darüber hinaus hat die Integrierte Gesamtschule (IGS) Delmenhorst – vermittelt durch die Stadtverwaltung – Ende vorigen Jahres Kontakte mit der Henryk-Sienkiewicz-Schule geknüpft. Zum Kennenlernen haben Delmenhorster Sechstklässler erst einmal Briefe an ihre noch unbekannten Altersgenossen geschrieben; es gibt aber schon mehr Ideen für Begegnungen und eine Zusammenarbeit aus der Ferne.

Ganz neu hat in diesem Jahr außerdem das Max-Planck-Gymnasium eine weitere Verbindung nach Lublin aufgenommen. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der Oberschule der Sibirien-Verbannten entwickeln die Delmenhorster Lehrkräfte gerade ein Projekt im Bereich Geschichte. Auch dieser Kontakt kam über die Stadtverwaltung zustande.

„Unmittelbare Begegnungen mit Gleichaltrigen aus einem anderen Land ermöglichen jungen Menschen einzigartige Erlebnisse, die durch keine noch so exotische Urlaubsreise zu ersetzen sind“, meint Ute Winsemann. „Ich hoffe, dass wir durch die Teilnahme an dem neuen Kooperationsprogramm des Deutsch-Polnischen Jugendwerks bald noch mehr Jugendlichen solche Erfahrungen vermitteln können.“


Nr. 28|21 - tif