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Pressemitteilung - 25. Februar 2020

Kriminalprävention: Wechsel an Spitze des Fördervereins

Wechsel beim Verein zur Förderung der kommunalen Kriminalprävention in Delmenhorst: Merle Siedenburg ist bei der Jahreshauptversammlung in der vergangenen Woche einstimmig zur neuen Vorsitzenden und Nachfolgerin von Gerd Schütte gewählt worden. Der frühere Polizeidirektor hatte sich nach 19-jähriger Tätigkeit nicht erneut zur Wahl gestellt. Schütte war seit der Vereinsgründung am 24. Januar 2001 ehrenamtlich im Vorstand tätig und begleitete darüber hinaus den Kommunalen Präventionsrat (KPR) der Stadt Delmenhorst mit Rat und Tat.

Siedenburg war von 2001 bis 2006 beim KPR angestellt und dort für Präventions- und Integrationsprojekte im Stadtteil Düsternort und an der dortigen Hauptschule verantwortlich. In diesem Rahmen war sie in der Zeit von 2002 bis 2006 Geschäftsführerin der Stadtteilkonferenz Düsternort, eines Arbeitskreises des KPR.

„Mit der Wahl von Merle Siedenburg wurde eine gute Entscheidung getroffen, denn sie ist Geschäftsführerin der Delmenhorster-Jugendhilfe-Stiftung und damit einer wichtigen Fachstelle für Belange von Jugendlichen und jungen Erwachsenen“, sagt KPR-Geschäftsführerin Ruth Steffens. „Merle Siedenburg ist seit über zwei Jahrzehnten im KPR organisiert und bringt Erfahrung aus vielerlei Präventionsprojekten mit.“

Im Rahmen der Sozialarbeit an Schulen, die unter Siedenburgs Federführung seit 2007 in Delmenhorst etabliert wurde, nehmen Präventionsprojekte einen hohen Stellenwert ein. Nennenswert sind exemplarisch das jährliche Streitschlichterforum, Sozialtrainings in Schulklassen, suchtpräventive Projekte und eine enge Zusammenarbeit mit der Drogenberatung Delmenhorst (Drob), dem Arbeitskreis Sucht sowie weiteren KPR-Gremien.

Siedenburg hat angekündigt, den Zweck des Vereins – die ideelle und finanzielle Förderung des Kommunalen Präventionsrates der Stadt Delmenhorst (KPR) mit Oberbürgermeister Axel Jahnz als Vorsitzendem – weiter zu forcieren. Der Verein befasst sich insbesondere mit der Förderung von Projekten in den Bereichen Jugendarbeit, Schule, Frauen, Kultur und Interkulturalität.

In Sachen Kriminalitäts- und Gewaltprävention war Siedenburgs Vorgänger Schütte seit mehr als drei Jahrzehnten in guter Zusammenarbeit mit zahlreichen Akteuren aktiv. Stets standen vor allem Jugendliche und junge Erwachsene im Fokus dieser vorbeugenden Maßnahmen.

Die Fördervereins-Mitglieder verabschiedeten Schütte mit Geschenken und herzlichem Dankeschön für seinen Beitrag, die Stadt sicherer und liebenswerter zu machen. Oberbürgermeister Axel Jahnz, der persönlich nicht anwesend sein konnte, ließ Schütte die Silbermedaille „100 Jahre Rathaus“ überreichen.

Neben der Wahl Siedenburgs und der Verabschiedung Schüttes standen in diesem Jahr die Themen Gewaltprävention durch Hood-Training sowie Auswirkungen von Mediennutzung auf Grundschulkinder auf dem Programm der Jahreshauptversammlung. In den Sitzungen informiert der Förderverein die Mitglieder regelmäßig mit Fachvorträgen über wichtige sozialpolitische Themen.

Zum Hintergrund: Aufgrund der hohen Kriminalitätsbelastung in den 1980er-Jahren initiierte der damalige Oberstadtdirektor Wilhelm Schramm 1987 das bundesweit erste Präventionsbüro. Die Kriminologin Marion Allhusen-Siemers hatte die Aufgabe, eine kriminologische Regionalanalyse zu erstellen, um daraus Präventionsmaßnahmen abzuleiten.

Gerd Schütte war seit 1988 zusammen mit diesem Präventionsbüro an der Vorbereitung des KPR beteiligt. Er gehörte zu denen, die dem hohen Kriminalitätsaufkommen mit innovativen Ideen entgegentraten. Er erkannte früh, dass allein durch repressive Maßnahmen und Strafen die Kriminalitätsbelastung nicht reduziert werden konnte. Sein Ansatz war erfolgreich – wie die Anzahl der Straftaten in Delmenhorst zeigt: Sie hat sich seitdem nahezu halbiert.

Der Verein zur Förderung der kommunalen Kriminalprävention in Delmenhorst wurde auf Initiative des früheren Oberstadtdirektors Dr. Norbert Boese gegründet. Dr. Boese gründete darüber hinaus 1994 den KPR. Der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden.


Nr. 88|20 - tif