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Pressemitteilung - 16. September 2020

Verkaufsoffene Sonntage nicht möglich

Bei einem Treffen diskutierten Vertreter der Stadtverwaltung, der Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft (dwfg) und Innenstadtkaufleute über die Durchführung von zwei geplanten verkaufsoffenen Sonntagen in diesem Jahr. „Im Ergebnis mussten wir leider feststellen, dass eine Genehmigung durch die Stadtverwaltung keine Aussicht auf Erfolg hätte. Ich bedauere das ausdrücklich“, sagt Rudolf Mattern, Stabsleiter Corona und Dezernent.

Hintergrund ist, dass die Sonntage nach Niedersächsischer Gesetzeslage mit einem Anlass verknüpft sein müssen. Dieser Anlass muss ein größeres Gewicht haben als die Sonntagsöffnung selbst. „Das lässt sich aber leider nicht mit den derzeitigen Corona-Beschränkungen vereinbaren“, erklärt Mattern weiter.

Gemeinsam hatten sich Stadtverwaltung und dwfg im Interesse der Innenstadt in den vergangenen Wochen intensiv bemüht, die Durchführung zu ermöglichen. „Wir hatten uns ein kleineres Programm mit kurzen, unangekündigten und in der Fußgängerzone verteilten Kleinkunst- und Musikdarbietungen überlegt. Beabsichtigt war, die Kultur und Schausteller vor Ort einzubinden“, beschreibt Sina Dittelbach, Geschäftsführerin der dwfg, die Planungen. „Selbstverständlich wurde auch ein entsprechendes Hygienekonzept aufgestellt, um die Besucher nicht zu gefährden.“

Nachdem in Nachbarkommunen Sonntagsöffnungen kurzfristig per Gerichtsentscheid untersagt wurden und die Gewerkschaft ver.di für Delmenhorst im Rahmen des Anhörungsverfahrens bereits telefonisch signalisiert hat, den verkleinerten Anlass nicht anzuerkennen und auch gegen die geplanten Delmenhorster Sonntagsöffnungen klagen zu wollen, sehen Verwaltung, dwfg und Kaufleute keine Chance auf Durchführung.

„Für das Überleben unserer Innenstadt hätte ich mir mehr Solidarität gewünscht“, betont Oberbürgermeister Axel Jahnz. „Es geht doch um die Sicherung von Arbeitsplätzen nach dem Lockdown. Unsere Kaufleute haben wirtschaftlich große Einbußen hinnehmen müssen.“

Christian Wüstner, Sprecher der Kaufmannschaft, sagt dazu: „Nach diesem bisher sehr herausfordernden Jahr ist es sehr schade, dass weiterhin an diesen starren Richtlinien festgehalten wird. Verkaufsoffene Sonntage sind für uns und unsere Mitarbeiter immer Möglichkeiten, Kunden zu erreichen, die wir im normalen Alltag nicht erreichen können, unser Image und das der Stadt zu verbessern und mit dem dort erzielten Umsatz Arbeitsplätze zu sichern. Schade, dass diese Vorhaben bei ver.di so negativ gesehen werden.“

Noch während des Treffens wurden Alternativen diskutiert: „Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken und arbeiten an einem Plan B“, sagt dwfg-Geschäftsführerin Dittelbach. „Unseren Fokus legen wir auf die Sonnabende. Wir werden nun konkret in die Planung einsteigen und den Kaufleuten möglichst kurzfristig einen Vorschlag unterbreiten.“


Nr. 329|20 - Stadt Delmenhorst, dwfg und Delmenhorster Innenstadtkaufleute