Sprungmarken

Pressemitteilung - 5. Juli 2019

Jubiläum im Zeichen europäischer Grundwerte

Weltoffenheit und Toleranz standen im Mittelpunkt, als die Delmenhorster Partnerstadt Lublin in dieser Woche den 450. Jahrestag der Lubliner Union gefeiert hat. Mit dabei war auch eine Delegation aus Delmenhorst.

Das Jubiläum stand unter dem Motto „Von der Lubliner Union zur Europäischen Union“. Mit diesen Worten hatte Papst Johannes Paul II. bereits 2003 – ein Jahr vor der großen Ost-Erweiterung der EU – die Gegenwart an das Jahr 1569 angeknüpft.

Damals begründete der in Lublin geschlossene Vertrag die Republik Polen-Litauen. Das Doppelreich auf dem Gebiet der heutigen Staaten Polen, Litauen, Weißrussland und Ukraine hatte mehr als zwei Jahrhunderte lang Bestand.

Es vereinte Menschen verschiedener ethnischer Herkunft, verschiedener religiöser Bekenntnisse und verschiedener Kulturen. Ihr friedliches Zusammenleben wurde bei den Feierlichkeiten immer wieder als Vorbild dargestellt.

„Bereits im 16. Jahrhundert würdigten die Vertragspartner die Werte und Ideen, die später die Grundlage der Europäischen Union bilden sollten“, stellte der Bürgermeister von Lublin, Dr. Krysztof Żuk, fest. Ganz ähnlich sah es der Bürgermeister der litauischen Hauptstadt Wilna, Remigijus Šimašius, der in seinem Grußwort von einer „freien, offenen, multi-ethnischen, multi-kulturellen, starken Gemeinschaft“ sprach, die es zu bewahren gelte – damals wie heute.

Der offizielle Festakt wurde im Schloss von Lublin gehalten, in dessen Dreifaltigkeitskapelle die Union einst besiegelt worden war. Darüber hinaus hatte die Stadt ein breites Programm organisiert, das sich überwiegend an die allgemeine Öffentlichkeit richtete. „Ich bin begeistert von den vielfältigen Darbietungen anlässlich des Jubiläums“, schwärmte die Delmenhorster Ratsfrau Margret Hantke.

Für sie war es der zweite Besuch in der Partnerstadt, die sie bereits 2014 bei einem mehrtägigen Aufenthalt kennengelernt hatte. „Ich habe mich gewundert, wie viel sich in den wenigen Jahren schon wieder am Stadtbild verändert hat“, bilanzierte Hantke.

Besonders gefiel ihr der Litauer Platz am Rande der neuen Fußgängerzone. Die 2017 völlig umgestaltete Fläche spielte bei den Feierlichkeiten eine besondere Rolle – nicht nur aufgrund des Namens, sondern auch ganz allgemein als moderner Ort der Begegnung, der unter anderem Raum für eine Musik- und Theater-Bühne, ein mittelalterliches Lager und Kinderbelustigungen bot.

Bei sommerlicher Hitze erfreuten aber insbesondere die großzügig angelegten Wasserspiele zahlreiche Besucher. Zudem waren sie allabendlich Schauplatz beeindruckender Multimedia-Shows: Speziell zum Jubiläum umrissen Lichtprojektionen auf die Fontänen die Geschichte und Bedeutung der Lubliner Union.


Nr. 272|19 - tif