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Pressemitteilung - 7. August 2018

Stadt hat Westfalenstraße 8 gekauft

Die Stadt hat den Block Westfalenstraße 8 gekauft. Damit ist der Weg zum Abriss der seit 15 Jahren leer stehenden Schrottimmobilie im Wollepark endgültig frei. Die Bagger sollen im Verlauf des nächsten Jahres anrollen. Parallel dazu laufen die Planungen für die künftige Nutzung des 2.444 Quadratmeter großen Grundstücks an.

„Das ist eine super Nachricht für den Wollepark“, kommentiert Oberbürgermeister Axel Jahnz den Kauf. „Es geht weiter voran. Wir werden auch diesen Schandfleck beseitigen, wie ich es angekündigt habe, und dort etwas Neues schaffen. Aber wir werden es nicht dabei belassen, sondern auch bei weiteren Missständen für die Menschen im Quartier am Ball bleiben.“

Auch Stadtbaurätin Bianca Urban ist froh und zufrieden: „Es ist wunderbar, dass uns jetzt der Ankauf der Immobilie in dem Wohnquartier gelungen ist. Die Sanierungsziele werden so weiter umgesetzt. Für das Quartier ergeben sich neue Möglichkeiten.“ Das Grundstück liegt im Sanierungsgebiet „Wollepark – Soziale Stadt“, in dem die Stadt seit dem Jahr 2000 an der Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse und somit an der Stabilisierung des Quartiers arbeitet.

„Ein großer Vorteil ist, dass die Stadt als Eigentümerin jetzt selbst handeln kann. Das ist bei solchen Problemimmobilien ganz entscheidend“, erklärt Urban. „Die Beseitigung des maroden Gebäudes ist für uns eine wichtige Erneuerungsmaßnahme im Herzen des Wolleparks, die nun umgehend vorbereitet wird. Ein großer sichtbarer Schritt in die richtige Richtung. Es zeigt sich, dass Ausdauer und Beharrlichkeit zum Erfolg führen.“

Der Erwerb des Blocks ist ein weiterer Baustein bei dem Vorhaben, das Quartier städtebaulich neu zu ordnen. Mit dem Kauf und dem Abbruch des Parkhauses und der Wohnblöcke „Am Wollepark“ 1 bis 5 hat die Stadt zuvor bereits große Veränderungen im südlichen Bereich des Wolleparks angestoßen.

Durch den Kauf entstehen Kosten von rund 79.000 Euro zuzüglich Erwerbsnebenkosten. Das muss die Stadt allerdings nicht alles selbst bezahlen. Denn das Gebäude liegt im Sanierungsgebiet „Wollepark – Soziale Stadt“. Deshalb können für einen Teil der Kosten Städtebaufördermittel eingesetzt werden.

Aus demselben Fördertopf wird anschließend auch der Abriss zu zwei Dritteln bezuschusst. Die Durchführung soll der treuhänderische Sanierungsträger der Stadt, das bremische Immobilienunternehmen Gewoba, betreuen.

Der sechsgeschossige Block aus dem Jahr 1973 steht an zentraler Stelle im nördlichen Bereich des Wolleparks, gleich neben dem Nachbarschaftszentrum an der Westfalenstraße 6. Bereits 2003 zogen die letzten Menschen aus den 122 Wohnungen aus. Durch die fortgesetzte Verletzung der Eigentumspflichten verfiel das Gebäude zusehends.

Deshalb erließ die Bauordnungsbehörde 2012 eine Abbruchverfügung. Nach einem knapp drei Jahre währenden Rechtsstreit wurde sie 2015 schließlich rechtskräftig.

Trotzdem nutzte ein privater Interessent im Dezember 2015 die Gelegenheit einer Zwangsversteigerung, um das Gebäude zu erwerben. Dabei überbot er die Stadt, die schon damals versucht hatte, den Schandfleck in die eigene Hand zu bekommen, um ihn beseitigen zu können.

Die Abbruchverfügung wurde durch den Eigentümerwechsel nicht berührt, sie wurde lediglich auf den neuen Eigentümer übergeleitet. Doch auch dieser kam ihr nicht nach. Daran änderte auch die Festsetzung eines Zwangsgeldes gegen den Eigentümer nichts.

Schließlich unterbreitete er der Stadt aber ein Kaufangebot. Nach Zustimmung durch den Verwaltungsausschuss im Mai dieses Jahres wurde der Kauf nun vollzogen. Der jetzt aufgewendete Betrag liegt dabei deutlich unter der Summe, für die der bisherige Eigentümer das Gebäude ersteigert hatte.


Nr. 375|18 - msr