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Pressemitteilung - 16. September 2016

„Böhmerleut“: Vortrag zur Zuwanderung aus Böhmen

Franz-Reinhard Ruppert (Bild: Nordwestdeutsches Museum für IndustrieKultur)
Franz-Reinhard Ruppert (Bild: Nordwestdeutsches Museum für IndustrieKultur)

Zu einem Vortrag mit Franz-Reinhard Ruppert lädt das Nordwestdeutsche Museum für IndustrieKultur am Donnerstag, 22. September, um 20 Uhr ein. Unter dem Titel „Böhmerleut – Zuwanderung aus Böhmen nach Delmenhorst am Ende des 19. Jahrhunderts“ erzählt Ruppert, woher die frühen Arbeitsmigranten kamen und wo sie sich in Delmenhorst eingegliedert haben.

Als Ende 1884 die Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei (NW&K) in Delmenhorst den Betrieb aufnahm, kamen in der Folge Arbeiterinnen und Arbeiter aus Böhmen nach Delmenhorst. Sie stammten anfangs aus der Stadt Neudek, in der die Familie Lahusen als Eigentümerin der NW&K ebenfalls eine Wollkämmerei betrieb und aus nahegelegenen kleinen Orten wie Bleistadt, Gossengrün und Hirschenstand in Nordböhmen, dem Egerland.

In den ersten fünf Jahren des Bestehens der NW&K sind im Melderegister der Stadt Delmenhorst über 650 Anmeldungen böhmischer Zuwanderer zu finden, bis zum Jahr 1900 sind es mehr als 1.500 Anmeldungen.

Obwohl die Böhmer nicht die Anzahl der ebenfalls Ende des 19. Jahrhunderts nach Delmenhorst zuwandernden Oberschlesier erreichten, prägten die Egerländer das Bild der Stadt nachhaltig, zu auffällig wichen Brauchtum und Sprache von dem ab, was bis dahin Delmenhorster Alltag war. Sie wohnten weitgehend als geschlossene Gruppe in Wohnungen auf dem Fabrikgelände der NW&K. Zahlreiche Delmenhorster Familien haben ihre Wurzeln in Böhmen. Familiennamen wie Brandner, Dörfler, Fleischer, Hammer, Hannawald, Lippert, Lohwasser, Ullmann, Wohner, Zwicker und andere mehr erinnern daran.

Der Eintritt zur Veranstaltung kostet drei Euro. Dafür erhalten die Gäste ein Ticket, das ein Jahr lang für den Museumsbesuch gültig ist.

  • Termin:
    Donnerstag, 22. September 2016, 20 Uhr,
    Nordwolle Delmenhorst – Nordwestdeutsches Museum für IndustrieKultur,
    Am Turbinenhaus 12, Turbinenhalle

Nr. 446/16 - Nordwestdeutsches Museum für IndustrieKultur