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Coronavirus: Schulen und Kindertagesstätten

Unterricht in voller Klassenstärke

Am 27. August hat in Niedersachsen – und damit auch in Delmenhorst – das neue Schuljahr begonnen. Unter Wahrung der Hygienemaßnahmen soll der Unterricht nach den Sommerferien trotz der Corona-Pandemie so normal wie möglich ablaufen. Das heißt unter anderem: Die Lehrer unterrichten wieder in voller Klassenstärke.

„Das neue Schuljahr ist beherrschbar“, sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne am 26. August. Schüler und Lehrer starteten also im „eingeschränkten Regelbetrieb“, dem vom Kultusministerium entwickelten Szenario A. „Dieser quasi-Regelbetrieb ermöglicht maximalen Präsenzunterricht und Pflichtunterricht unter den gegebenen Bedingungen. Dafür verzichten wir auf den Mindestabstand von 1,5 Metern und setzen stattdessen auf möglichst feste Lerngruppen“, so Tonne.

Das Abstandsgebot unter den Schülern wird zugunsten eines „Kohorten-Prinzips“ aufgehoben. Im Idealfall bildet eine Klasse oder Lerngruppe eine Kohorte, maximal jedoch ein Schuljahrgang. Jahrgangs- oder schulübergreifende Angebote sind möglich, wenn Abstand zwischen den Gruppen eingehalten wird.

Keine allgemeine Maskenpflicht

Während des Unterrichts ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht vorgesehen. „Eine Maske im Unterricht als zusätzliche präventive Maßnahme halten wir gerade nicht für erforderlich“, sagte Tonne. Eine allgemeine Maskenpflicht gibt es – nach jetzigem Stand – an den Schulen in Niedersachsen also nicht.

Zur Pflicht wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes aber dort, wo Schüler aus verschiedenen Jahrgängen aufeinandertreffen und Abstände von 1,5 Metern nicht eingehalten werden – etwa in Gängen, Fluren und auf dem Pausenhof. Die Schulen sollen die entsprechenden Bereiche kennzeichnen.

Schulveranstaltungen im größeren Rahmen erlaubt

Das Land Niedersachsen ermöglicht Schulveranstaltungen im größeren Rahmen wie Abschluss- und Einschulungsfeiern sowie Zeugnisübergaben und Verabschiedungen. Solche Veranstaltungen können mit bis zu 250 Personen unter Wahrung von Hygiene- und Sicherheitsauflagen auch in geschlossenen Räumen durchgeführt werden.

Die allgemeinen Eckpfeiler zur Durchführung von Veranstaltungen aus der Niedersächsischen Corona-Verordnung sind auf den Schulbereich zu übertragen: So ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu gewährleisten. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen muss sichergestellt werden, dass jeder Besucher eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt. Aufgrund des Infektionsrisikos muss auf Gesangs- und Orchesteraufführungen verzichtet werden.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne: „Damit sind würdige Abschiede und herzliche Begrüßungen möglich. Allen muss aber klar sein, dass wir nicht über Partys und Abschiedsbälle sprechen. Die Sicherheitsstandards sind hoch und müssen konsequent umgesetzt werden.“

Sportunterricht ja, Orchesterproben nur draußen

Der Sportunterricht findet grundsätzlich wieder statt – mit maximal 30 Personen und unter Beachtung von Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen. Im Klassen- oder Kursverband gilt dabei kein Abstandsgebot. Sportarten, die sehr engen Körperkontakt erfordern, bleiben untersagt. Dazu zählen etwa Judo, Rugby oder Wasserball.

In Innenräumen sind Gesangs- und Orchesterproben weiterhin verboten. Proben und Auftritte im Freien sind mit ausreichend Abstand erlaubt. Bei Gesangsaufführungen gilt ein Abstand von zwei Metern, bei Blasinstrumenten von 1,5 Metern.

Zudem sind an den Schulen auch Theater- und Filmaufführungen, Vortragsveranstaltungen, Projekttage zulässig – genau wie Fahrten zu außerschulischen Lernorten in Kleingruppen, sofern sie lediglich einen Tag dauern. Schüler dürfen nach Absprache mit den Unternehmen auch Betriebspraktika machen.

Zwei weitere Szenarien entwickelt

Da unklar ist, wie sich das Infektionsgeschehen künftig entwickelt, hat Niedersachsens Kultusministerium zwei weitere Szenarien für den Schulbetrieb nach den Sommerferien erarbeitet: Neben dem eingeschränkten Regelbetrieb als Szenario A gibt es noch die Szenarien B (Wechselmodell zwischen Präsenz- und Heimunterricht) und C (Quarantäne und Schulschließungen, Unterricht ausschließlich zu Hause). Sollte sich die Infektionslage verschlechtern, entscheidet das Gesundheitsamt Delmenhorst, ob die Schulen in das Szenario B wechseln.

Die Schulen haben Leitfäden zur Durchführung eines schulischen Regelbetriebs unter Corona-Bedingungen sowie zu den anderen beiden Szenarien bekommen. Darüber hinaus hat das Niedersächsische Kultusministerium einen Corona-Hygieneplan für die Schulen herausgegeben.

Kultusminister Tonne betonte, wie wichtig das Thema Lüften auch bei schwierigen Witterungsverhältnissen ist: „Wir in Niedersachsen orientieren uns an der Faustformel 20-5-20: 20 Minuten Unterricht, fünf Minuten Stoßlüften und 20 Minuten Unterricht. Dieser Rhythmus lässt sich gut in den Ablauf einer Schulstunde integrieren und kann einen wichtigen präventiven Beitrag gegen die Verbreitung des Virus leisten.“

Kostenlose Corona-Tests für Lehrkräfte

Bis zu den am 12. Oktober beginnenden Herbstferien können sich Lehrkräfte, Schulleitungen und pädagogische Mitarbeiter im Landesdienst Niedersachsen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Das freiwillige Angebot von zwei Tests ist laut Kultusminister Grant Hendrik Tonne ein weiterer Baustein zur Sicherheit und zum Sicherheitsempfinden der Schulbeschäftigten.

Regelbetrieb in Kitas

Seit dem 1. August öffnen die Kitas und Kindergärten in Niedersachsen – und damit auch in der Stadt Delmenhorst – wieder im Regelbetrieb. Auch die Neuaufnahme von Kindern ist wieder möglich.

In den vergangenen Wochen mit einem eingeschränkten Regelbetrieb und großen Gruppen habe sich gezeigt, dass die Kitas nicht zu einem Hotspot von Corona-Infektionen geworden seien, begründete Kultusminister Grant Hendrik Tonne die Lockerung.

Früh- und Spätgruppen möglich

Die Aufhebung der Pflicht von festen Gruppen ermögliche es den Kitas nun wieder, Früh- und Spätgruppen sowie eine Sprachförderung mit Kindern aus unterschiedlichen Gruppen anzubieten, so Tonne. Befristet dürfen die Kindergärten bis zu den Herbstferien weiter fachfremdes Personal einstellen, wenn Erzieher coronabedingt ausfallen.

Einschränkungen in einzelnen Einrichtungen sind weiterhin nicht auszuschließen. Das kann zum Beispiel die Abläufe – etwa das Bringen und Abholen der Kinder – oder eventuell auch den zeitlichen Umfang betreffen.

Für den Fall eines erneuten Anstiegs der Infektionszahlen hat Niedersachsen – analog zum Schulbetrieb – ein Szenario B für einen eingeschränkten Kita-Betrieb und ein Szenario C mit einem neuerlichen Shutdown und einer Notbetreuung vorbereitet.

Stadt erlässt Elternbeiträge für Kitas

Um alle Eltern zu entlasten, die keine Betreuung in Anspruch nehmen können, hat die Stadt Delmenhorst entschieden, rückwirkend ab dem ersten Kita-Schließungstag (16. März) die Elternbeiträge zu erlassen. Diese Regelung gilt für Einrichtungen aller Träger bis zum Ende der verfügten Schließungen.

Zahlungen per Einzugsermächtigung werden nicht mehr abgebucht. Eltern, die einen Dauerauftrag eingerichtet haben, sollten diesen stoppen. Zu viel gezahlte Beträge werden den Eltern erstattet.

Unterricht an Musikschule läuft wieder

Die Musikschule der Stadt Delmenhorst (MSD) hat nach den Sommerferien ihren Unterricht mit einem genehmigten Hygienekonzept vollumfänglich wieder aufgenommen. Laut der Niedersächsischen Verordnung dürfen bereits seit dem 22. Juni Chöre und Bläserensembles ihre Proben im Freien abhalten, müssen aber die üblichen Daten aller Teilnehmenden dokumentieren. Der Mindestabstand von 1,5 Metern ist einzuhalten.

Jugendhäuser und Familienzentrum Villa wieder geöffnet

Die Delmenhorster Jugendhäuser und das Familienzentrum Villa sind nach mehr als zweimonatiger Corona-Pause seit Anfang Juni wieder geöffnet. Die Öffnung unterliegt bestimmten Auflagen.