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Amphibien in Delmenhorst

Im Raum Dwoberg - Tiergarten - Elmeloh der Stadt Delmenhorst existiert eine für Niedersachsen landesweit bedeutende Amphibienpopulation (Gesamtheit der Individuen der dort vorkommenden Lurcharten). Bestandserhebungen aus dem Jahre 1994 haben eine Populationsgröße von ca. 3.000 Individuen ergeben (Meyer & Rahmel 1994).

Die Arten Erdkröte (Bufo bufo), Grasfrosch (Rana temporaria), Teichmolch (Triturus vugaris) und Kammmolch (Triturus cristatus) wurden im Verlauf langjähriger Untersuchungen festgestellt, wobei die Population der Erdkröten den zahlenmäßig weitaus größten Anteil der Tiere stellt (ca. 90 % aller Tiere). Der Kammolch gilt für Niedersachsen als gefährdet und hat eine besondere Bedeutung als im Europäischen Netz "Natura 2000" aufgenommene besonders zu schützende Art.

Die Hauptaktivität der Tiere findet im zeitigen Frühjahr statt, wenn alle Arten aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern wandern. Die dann größte akute Gefahr bergen die Straßen, die sich z.B. zwischen Winterquartier und Laichgewässer befinden. Alljährlich werden hier trotz langjähriger Schutz- und Fangmaßnahmen eine hohe Anzahl von Tieren überfahren.

Seit ca. Ende der 80er Jahre werden vom Naturchutzbund Deutschland (NABU), Ortsgruppe Delmenhorst und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) der Stadt Delmenhorst Aktionen zum Schutz der während der Laichzeit wandernden Amphibien durchgeführt. Über mehrere Monate, je nach Witterung von etwa Februar bis April, müssen die an den Fangzäunen installierten Eimer kontinuierlich auf Amphibien kontrolliert und die Tiere über die Straße gebracht werden. Das kostet viel Organisationstalent und persönliche Einsatzbereitschaft.

Der Lebensraum der Amphibien beansprucht im Jahresverlauf unterschiedliche räumliche Komponenten. Zentrales Element bilden die Laichgewässer, die für alle Arten gleichermaßen als Fortpflanzungsbiotop eine wesentliche Rolle spielen. Sommer- und Winterlebensraum in der unmittelbaren und weiteren Umgebung bilden ein zusätzliches Element des Gesamtlebensraumes, in dem im Jahresverlauf regelmäßig Wanderbewegungen stattfinden.
Die ehemaligen Ziegeleiteiche, von denen die bis heute übriggebliebene sogenannte "Tonkuhle" als zentrales Laichgewässer fungiert, waren ehemals von landwirtschaftlichen Flächen umgeben. Der langjährig unbebaute Raum wurde von allen genannten Arten als Sommer- und Winterquartier genutzt.

Doch der Bestand der Amphibien ist gefährdet. Die dort lebende Population ist seit längerem durch die fortschreitende Bebauung bedroht. Bereits in den 70er Jahren wurden die landwirtschaftlichen Flächen westlich der Straße "Hinter dem Tiergarten" auf Höhe der Tonkuhle im Landkreis Oldenburg besiedelt, während nördlich des Dwoberger Dorfschaftsweges die Wohnbebauung in den 90er Jahren verstärkt einsetzte. Ein Gutachten zeichnet die Gefährdungssituation der Amphibien durch die Zerstörung des Lebensraumes in diesem Raum auf (Meyer & Rahmel 1994). Nach dieser Einschätzung ist bei nahezu vollständiger Bebauung nördlich des Dwoberger Dorfschaftsweges mit einem Verlust von ca. 30-50% der Laichpopulation der Tonkuhle zu rechnen.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, soll von der UNB in Zusammenarbeit mit dem NABU ein langfristiges Schutzkonzept erstellt werden, daß zwei wesentliche Aspekte berücksichtigt:

  • Zum einen die soweit möglich abwägbare langfristige Entwicklung der Amphibien im Hinblick auf den Erhalt bzw. die Bebauung und damit einhergehende Zerstörung der bisherigen genutzten Lebensräume vor Ort
  • und zum anderen die aktuelle Gefährdungssituation der wandernden Tiere durch den Verkehr.

Erste Baumaßnahmen, die einem Teil dieses Schutz- und Planungskonzeptes für die Amphibien Rechnung tragen sollen, fanden mit dem Bau eines Krötentunnels sowie den ersten fest installierten Leiteinrichtungen entlang der Straße "Hinter dem Tiergarten" statt.

Bei Fragen zu diesem Thema wird Ihnen beim NABU Delmenhorst sowie beim Amt für Umweltschutz und Abfallwirtschaft in der Abteilung Naturschutz und Landschaftsplanung (Tel.: 992866, Herr Beckröge) gerne Auskunft erteilt.

 

Die Erdkröte

Erdkröte

Die Erdkröten stellen den zahlenmäßig weitaus größten Anteil der Tiere (ca. 90 % aller Tiere)

 

Der Kammolch

Kammolch

Der Kammolch gilt für Niedersachsen als gefährdet und hat eine besondere Bedeutung als im Europäischen Netz "Natura 2000" aufgenommene besonders zu schützende Art.

 

Der Grasfrosch

Grasfrosch

 

Der Teichmolch

Teichmolch

 

Schutzmaßnahmen

Krötentunnel

Mit Schutzmaßnahmen, wie hier der Krötentunnel wird dem alljährlichen Massensterben auf unseren Straßen entgegengewirkt.

 

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