100 Jahre Kreisfreie Stadt
Erich Koch-Weser prägte die Stadt
Ein Straßenzug in Düsternort trägt den Namen eines Mannes, der Delmenhorst in einer entscheidenden Phase seiner Entwicklung wesentlich prägte und hierfür 25 Jahre später als erster Kommunalpolitiker mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt ausgezeichnet wurde: Erich Koch-Weser. |
Im Jahre 1875 als Sohn eines Schuldirektors in Bremerhaven geboren, wandte sich Erich Koch nach seiner ersten juristischen Staatsprüfung der aktiven Kommunalpolitik als Bürgermeister von Delmenhorst in den Jahren 1901 bis 1909 zu. In diese Zeit fiel 1903 die Erhebung De1menhorsts zu einer Stadt I. Klasse, die Geburt der Kreisfreiheit.
Von 1909 bis 1913 folgte Erich Koch-Weser dem Ruf als Stadtdirektor nach Bremerhaven, 1913 bis 1919 wirkte er als Oberbürgermeister von Kassel. Seit 1919 Mitglied der Nationalversammlung des Reichstages, bekleidete er mehrfach Ministerposten und nannte sich Koch-Weser.
Erich Koch 1928 zum ersten Ehrenbürger Delmenhorsts ernannt, beeinflußte die Entwicklung Delmenhorsts auf vielen Sektoren: Er kaufte vorausblickend Gelände in Düsternort, das nach dem zweiten Weltkrieg der modernste Stadtteil Delmenhorsts wurde. Der Markt wurde durch Ankauf von Besitzungen erweitert, die neue Bahnhofstraße und die Graftpromenade angelegt, die Gasanstalt erweitert, die Harpstedter Bahn verlegt und das Wasserwerk gebaut.
Der langjährige demokratische Reichstagsabgeordnete und Reichsminister verliess 1933 Deutschland. Er emigrierte nach Brasilien, kaufte dort eine 100 Hektar große Kaffeeplantage und gründete eine weithin bekannte Kolonie von deutschen Siedlern. Erich Koch-Weser starb am 19. Oktober 1944 in Brasilien.
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