
Der Rathausplatz mit dem Wasserturm, dem Wahrzeichen Delmenhorsts
im Hintergrund die Lange Straße, die älteste Straße der Stadt |
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Denkmäler in Delmenhorst
Delmenhorst ist eine junge Stadt - mittelalterliche Fachwerkhäuser, Renaissancebauten, oder Barockkirchen und Schlösser sucht man hier vergebens, d.h. aber nicht, daß es keine sehenswerte Baudenkmäler gibt. Im Gegenteil die kurze Geschichte Delmenhorsts seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hat eine große Anzahl historisch wertvoller und sehenwerter Zeugnisse des Aufstiegs Deutschlands zur Industrienation hervorgebracht. Neben einzigartigen Industriedenkmälern wie die "Nordwolle", künden zahlreiche großbürgerliche Villen vom raschen Aufstieg und Wohlstand Delmenhorsts zu Beginn des 20. Jahrhundert.
Der Boom, den Delmenhorst in den ersten Jahrzehnten des 20. Jhd. erlebte, lockte viele Reformarchitekten und -stadtplaner in unsere Stadt, die mit viel Eifer an einem neuem und schönerem Delmenhorst arbeiteten. Herausragende Bedeutung erlangte dabei Heinz Stoffregen, der das Bild Delmenhorsts wesentlich geprägt hat und auf dessen zahlreiche Bauten man überall in der Stadt stößt.
Obwohl Delmenhorst während des 2. Weltkrieges ein wichtiges Industiezentrum war und hier große rüstungstechnische Anlagen standen, blieb Delmenhorst weitgehend von schweren Bombenangriffen verschont. Was die Modernisierungswut in den 60er und 70er Jahren überstand (und das ist zum Glück eine Menge) wird heute sorgfältig restauriert, um den besonderen Charakter der Stadt, der so eng mit der Industialisierung verbunden ist zu bewahren.
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 Eingang ev. Stadtkirche mit der Grafengruft |
Die Zeit vor 1850
Aus dieser Zeit sind nur wenige Bauten erhalten geblieben.
Delmenhorst war damals eine Grafschaft, die die meiste Zeit unter Oldenburgischen Einfluß stand. Erhalten geblieben sind nur wenige Bauten der alten Graftanlage und die Ev. Stadtkirche.
Hasbergen, das im Zuge der Gebietsreform 1974 eingemeindet worden ist, hat dagegen den Charme eines alten norddeutschen Dorfes weitgehend behalten.
Zeugnisse aus dieser Zeit:
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Die Villa des Bremer Kaufmanns Thyarks (1882) heute ein Jugendhaus und Veranstaltungsort für Kleinkunst |
1850 - 1880
Zwar hat auch in Delmenhorst die Industrialisierung eingesetzt (ausgelöst durch den Bau der Bahnlinie Bremen - Oldenburg 1867), aber dennoch "entdecken" zahlreiche Bremer Kaufleute Delmenhorst als Landsitz.
Einige prachtvollen Villen in der Oldenburger Straße aus dieser Zeit, zeugen vom großen Wohlstand jener Kaufleute zu Beginn der Industrialisierung.
Die Oldenburger Straße war damals noch eine Lindenallee und bevorzugter Landsitz reicher Kaufleute.
Zeugnisse aus dieser Zeit:
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 Delespa - Fabrik (1896) |
1880 - 1900
Die rasche Industrialisierung Delmenhorsts setzt ein und mit ihr das boomhafte Wachstum der Stadt. Die großen Fabrik- und Industrieanlagen entstehen, die fortan das Bild Delmenhorsts prägen sollten: Jutespinnerei und Weberei (1871), Delmenhorster Linoeleumfabrik (1882) und schließlich 1884 Die Norddeutsche Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei (Nordwolle, NWK).
In der Innenstadt (Lange Straße) werden die ersten Geschäftshäuser im Stile der Gründerzeit errichtet.
Zeugnisse aus dieser Zeit:
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Die Lange Straße zu Beginn des 20. Jhd.

Die Oldenburger Giebelhäuser ("Hundehütten") prägten um 1900 ganze Straßenzüge
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1900 - 1920
Die Reformarchitekten vor allem aus Bremen "entdecken" Delmenhorst und versuchen die Stadt zur "Idealstadt" umzuformen. Heinz Stoffregen gestaltet den Rathausplatz und Bismarckplatz mit Rathaus, Wasserturm und Markthalle. Viele Geschäftshäuser der Innenstadt stammen aus dieser Zeit.
Die Nordwolle expandiert zum größten Wolle und Kammgarnkonzern der Welt (25% Anteil an der Weltkammgarnproduktion) und entwickelt sich zur "Stadt in der Stadt". Delmenhorst wird zur größten Industriezentrum in Norddeutschland.
Die boomhafte Entwicklung bringt große soziale Probleme mit sich, die zum Bau sozialer Einrichtungen und Arbeitersiedlungen zwingen.
Zeugnisse aus dieser Zeit:
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Städtisches Krankenhaus
Fritz Höger 1927-28

Wohnhäuser in Düsternort (Ende der 20er) |
1920 - 1939
Der Reformeifer der Staderneuerer geht weiter, aber Weltwirtschaftskrise und die große Not der Bevölkerung zwingen zu neuen Konzepten:
der städtische Siedlungsbau beginnt.
Das städtische Krankenhaus wird 1927-28 von Fritz Höger gebaut.
Im Zuge der Kriegsvorbereitung des Naziregimes werden Wehrmachtsbauten errichtet.
Zeugnisse aus dieser Zeit:
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