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Nordwolle - wohnen und arbeiten im Industriedenkmal


vor der Sanierung


Die einzigartigen Zeugnisse des indusriellen Aufstiegs Delmenhorsts drohen völlig zu verfallen


Das Reserveareal der NWK - ein Bild der Trostlosigkeit

Auf dem Gelände der Nordwolle Delmenhorst, entsteht seit 1982 ein neuer Stadtteil. Neben Handwerk, Gewerbeflächen und Kultureinrichtungen entstanden und entstehen hier innenstadtnahe Wohneinheiten mit besonderem Charme. Die zum großen Teil erhaltene, historische Bausubstanz, die ruhige Lage und die ebenfalls erhaltenen, großflächigen Grünanlagen schaffen die Grundlage für ein Wohnumfeld besonderer Qualität:
wohnen und arbeiten im Industriemuseum.

 

Für die Umsetzung der Ziele reichte die Erhaltung und Umnutzung der alten Bausubstanz nicht aus - ein über 10 ha großes Vorratsgelände der alten Nordwolle mußte saniert und erschlossen werden.Das so entstandene neue Quartier in der nordwolle delmenhorst erhielt auch neue Namen.
Der nördliche Teil wurde "Argentinisches Viertel", der südliche Teil "Australisches Viertel" genannt. Im östlichen Teil wird sich das "Kap-Viertel" anschließen. Die Namen dieser Viertel erinnern daran, dass seit 1884 über viele Jahrzehnte der Großteil der hier verarbeiteten Rohwolle aus diesen drei Herkunftsländern Argentinien, Südafrika und Australien stammte. So ist es den Planern gelungen, auch bei Schaffung von etwas völlig Neuem, die Erinnerung an die alte Geschichte dieses Areals wachzuhalten.

 

Historische Gebäude werden neu genutzt


Die VHS im alten Kesselhaus


Im Mittelpunkt "Die Kathedrale der Arbeit" in dem das Fabrikmuseum untergebracht ist


Das Medien- u. Veranstaltungszentrum com.media im ehemaligen Wollelager

Die historischen Gebäude konnten weitgehend erhalten und saniert werden. Sie werden heute überwiegend gewerblich genutzt und übernehmen die Funktion einer Pufferzone zwischen dem Bahnkörper und dem neuen Wohnbereich. Büros, kleine Handwerksbetriebe und Bildungseinrichtungen sind hier eingezogen, die Volkshochschule hat sich im alten Kesselhaus etabliert.

Mittelpunkt des entstehenden Stadtteils ist das Fabrikmuseum, das die Geschichte der Nordwolle dokumentiert und dessen Ausstellungsfläche sich auf das Turbinenhaus und einen angrenzenden Shedriegel mit früheren Werkstatträumen erstreckt. Das dreischiffige Turbinenhaus mit seinen Rundbogenfenstern, die "Kathedrale der Arbeit", bietet einen eindrucksvollen Rahmen für experimentelle Kulturveranstaltungen. In dem benachbarten Maschinenhaus ist das Stadtmuseum Delmenhorst eingezogen.

Bildungseinrichtungen in den historischen Fabrikgebäuden:
Bildungswerk Niedersächsischer Volkshochschulen GmbH
Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft
Deutsche Angestellten Akademie
Akademie für Weiterbildung
 
Fachschule für Altenpflege  

 

Die neuen Wohnquartiere


Wohnungen in der großen Shedhalle


neue Bebauung, die sich harmonisch in die alte einfügt

 

Die größte Herausforderung auf dem Weg zur "Neuen Nordwolle" stellte ohne Zweifel die Umnutzung der etwa 250 x 200 Meter großen Shedhalle dar. Um die Dimensionen und Proportionen der Gesamtanlage auch in Zukunft begreiflich zu machen, wurde die Idee der Wohn-"Kasbah" in der Shedhalle geboren. Im Inneren der ehemaligen Halle entstanden Reihen- und Gartenhofhäuser auf dem alten Konstruktionsraster, dem auch die Erschließung folgt. Die Neubauten mit ihren hellen Putzfassaden heben sich deutlich von der historischen Bausubstanz ab. In der Dachform ordnen sie sich dem typischen Sheddach der alten Produktionshalle unter. Gemeinsam bilden sie eine charakteristische Dachlandschaft. Nach den Prinzipien des kosten- und flächensparenden Bauens konzipiert, haben sich vor allem junge Familien für diesen Haustyp in ruhiger Lage ohne Durchgangsverkehr interessiert

 



Eine Vielfalt von Haustypen in den neu geschaffenen Wohnquartieren spricht ein breites Publikum an

Eine Vielzahl von unterschiedlichen Häusern und Haustypen wurden errichtet. Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Reihenhäuser und Stadtvillen, für die auch südländische Namen gewählt wurden. Sie stehen für die Eigenart der Häuser und ergänzen den historischen Bezug. Alle bereits fertiggestellten, die im Bau befindlichen und die geplanten Häuser sind als Niedrigenergiehäuser erstellt worden. In sämtlichen Planungen wurde auch die bauliche Flexibilität berücksichtigt. Die Mehrzahl der Häuser lässt sich, aufgrund der angewandten Skelettbauweise, nachträglich problemlos umbauen. Damit kann geänderten Bedürfnissen der Bewohner (Familiengröße, Alter- und/oder Pflegebedürftigkeit) jederzeit entgegengekommen werden. Mit dieser Flexibilität, verbunden mit Alters- und Behindertengerechtigkeit, wurde ein Angebot geschaffen, das ein breites Publikum anspricht.

[ig-nordwolle.de]
Interessengemeinschaft der Bewohner auf der Nordwolle

 


Der romantische Biergarten auf dem Nordwolleareal, 1905 als Speiseanstalt für 200 Personen eingerichtet, lädt auch heute noch zum verweilen ein

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