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Neue Influenza A/H1N1 "Schweinegrippe"
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Aufklärungsmerkblatt zur Impfung gegen die Neue Influenza
Bei welchen Ärzten Sie sich impfen lassen können, erfahren Sie hier.
Informationen zur aktuellen Situation erhalten Sie hier.
Wie gefährlich ist die Neue Grippe?
Häufig verläuft die Krankheit relativ mild. In einigen Ländern sind jedoch auch schon schwere Verläufe und Todesfälle aufgetreten. Gegen die Viren der jährlichen Grippewelle hat sich mittlerweile ein gewisser Immunschutz entwickelt. Bei der Neuen Grippe handelt es sich dagegen um ein neues Virus, gegen das kein beziehungsweise kaum ein Immunschutz existiert. Die ersten Impfstoff-Dosen stehen voraussichtlich im Herbst 2009 zur Verfügung. Die weitere Entwicklung und Folgen des Virus zur üblichen Grippezeit im Herbst und Winter sind noch unbekannt.
Was ist eine Pandemie?
Als Pandemie bezeichnet man eine weltweite Epidemie, also eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit. Eine Influenzapandemie wird durch ein neuartiges Influenzavirus verursacht, das in der Lage ist, schwere Erkrankungen hervorzurufen und sich gut von Mensch zu Mensch zu verbreiten. Da dieser neue Erreger zuvor nicht oder sehr lange nicht in der menschlichen Bevölkerung vorgekommen ist, ist das Immunsystem nicht vorbereitet und nicht geschützt.
Wer ist bei einer Pandemie besonders gefährdet?
Bekannt ist, dass sich die Krankheit bei Kindern und Jugendlichen besonders schnell ausbreitet. Knapp die Hälfte der schweren Verläufe sei bei gesunden, jungen Menschen und Personen mittleren Alters aufgetreten. Viele Infektionen, jedoch nicht ausschließlich schwere Fälle, sind bei Menschen mit Grunderkrankungen festgestellt worden. Auch Schwangere haben ein höheres Risiko für Komplikationen.
Auch ältere Menschen sind gefährdet. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte es aber möglich sein, dass deren Immunsystem einen gewissen (vermutlich aber geringen) Schutz gegen das Virus besitzt, da sie schon häufiger Kontakt mit den H1N1-Viren der saisonalen Grippe hatte.
Wie erkennt man die Neue Influenza?
Die Symptome der Neuen Grippe ähneln denen der jährlichen, saisonalen Grippe im Winter. Dies sind unter anderem Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Einige Erkrankte berichteten auch über Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Wie steckt man sich an?
Es ist davon auszugehen, dass das neue Virus wie die übliche Grippe übertragen wird. Dies passiert überwiegend durch Tröpfchen, die zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen. Sie können über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute anderer Personen gelangen. Wahrscheinlich ist auch die Übertragung durch so genannte Tröpfchenkerne, die kleiner sind und länger in der Luft schweben. Vermutlich kann die Übertragung auch über Oberflächen erfolgen, die mit virushaltigen Sekreten verunreinigt sind. Dabei gelangen die Viren über die Hand in Mund, Nase oder Augen.
Wie lange dauert es, bis Symptome auftreten?
Die genaue Inkubationszeit des neuen Influenza-Virus scheint ähnlich wie bei der saisonalen Influenza zu sein. Bei dieser Grippe beträgt sie ein bis vier Tage. Die Ansteckungsfähigkeit kann bei der saisonalen Grippe bereits kurz - weniger als 24 Stunden - vor Auftreten der klinischen Symptomatik beginnen und besteht danach gewöhnlich für drei bis fünf Tage. Bei der Neuen Influenza wird angenommen, dass manche Patienten ebenfalls bereits am Tag vor Symptombeginn Viren ausscheiden. Bei der Dauer der Ausscheidung wird von etwa einer Woche ausgegangen.
Wie kann die Neue Grippe diagnostiziert werden?
Das neue Virus wird nicht durch das übliche Diagnose-Verfahren nachgewiesen, sondern durch eine mittlerweile angepasste Methode. Zur Diagnose sollte ein Rachen- oder Nasenabstrich möglichst schnell nach Beginn der Erkrankung von einem Arzt entnommen und an ein Labor gesendet werden.
Was sollte man tun, wenn man befürchtet, an der Neuen Grippe erkrankt zu sein?
Bei einem Verdacht auf die Neue Grippe sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden, insbesondere wenn man sich in betroffenen Gebieten aufgehalten oder Kontakt mit infizierten Personen gehabt hat. Vor dem Besuch der Arztpraxis sollte man telefonisch auf den Verdacht hinweisen. Damit soll verhindert werden, dass im Wartezimmer andere Personen angesteckt werden. Auf dem Weg zur Praxis sollte enger Kontakt zu Menschen vermieden werden. Grundsätzlich sollten beim Husten oder Niesen Mund beziehungsweise Nase bedeckt sein. Empfohlen wird, in den Ärmel zu husten oder zu niesen. Es sollten Einmaltaschentücher verwendet werden.
Wie kann man sich schützen?
Schützen kann man sich insbesondere durch besondere Hygieneregeln, beispielsweise
- das Vermeiden von Händegeben, Anhusten, Anniesen,
- das Vermeiden von Berührungen der Augen, Nase oder Mund,
- die Nutzung und sichere Entsorgung von Einmaltaschentüchern,
- Empfehlungen zu einer intensiven Raumbelüftung,
- das gründliche Händewaschen nach Personenkontakten, der Benutzung von Sanitäreinrichtungen und vor der Nahrungsaufnahme sowie bei Kontakt mit Gegenständen oder Materialien, die mit Sekreten von Erkrankten belastet sein könnten,
- die getrennte Behandlung von an der Neuen Grippe erkrankten Personen, insbesondere von Säuglingen, Kleinkindern und Personen mit chronischen Erkrankungen,
- die Empfehlung für fieberhaft Erkrankte, zu Hause zu bleiben, um weitere Ansteckungen zu verhindern,
- die Vermeidung von direkten Kontakten zu möglicherweise erkrankten Personen.
Wer sollte sich gegen die Neue Influenza impfen lassen?
Empfohlen werden Impfungen bei Personengruppen, bei denen bereits schwere Krankheitsverläufe festgestellt wurden. Diese wurden vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen beobachtet. Hierzu zählen chronische Krankheiten der Atemwege, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Krebs, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, Erkrankungen des Nervensystems (auch in Verbindung mit Muskelerkrankungen) sowie angeborene oder erworbene Immundefekte einschließlich HIV. Anders als bei der saisonalen Grippe sind bei der Neuen Influenza auch jüngere Personen stärker von schweren Erkrankungen betroffen.
Auch bei Schwangeren wurden ernste Krankheitsverläufe beobachtet. Die Impfung sollte grundsätzlich nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung in Absprache mit dem behandelnden Arzt vorgenommen werden.
Beschäftigte im medizinischen und pflegerischen Bereich sollten sich ebenfalls impfen lassen. Durch den Kontakt zu Patienten oder infektiösem Material besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr.
Grundsätzlich können alle Bevölkerungsgruppen von der Impfung gegen die Neue Influenza profitieren, da sich für den einzelnen Menschen der Verlauf einer Infektion nicht vorhersagen lässt.
Ist die Impfung freiwillig?
Die Impfung ist freiwillig. Es besteht kein Impfzwang.
Ab wann kann ich mich impfen lassen?
Die Impfungen können in Delmenhorst voraussichtlich Anfang November 2009 beginnen. Vereinbaren Sie deshalb bitte vorab einen Termin.
Wo kann ich mich gegen die Neue Influenza impfen lassen?
Die Impfung erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt oder behandelnden Arzt. Wenn Sie im medizinischen oder pflegerischen Bereich beschäftigt sind, impfen in der Regel die Betriebsärzte.
Muss ich die Impfung bezahlen?
Die Kosten für die Impfung übernehmen die Krankenkassen. Wenn Sie den Hausarzt oder behandelnden Arzt aufsuchen, um sich ausschließlich gegen die Neue Influenza impfen zu lassen, wird keine Praxisgebühr erhoben.
Wie viele Impfungen brauche ich, um einen vollständigen Impfschutz zu erhalten?
Das Paul-Ehrlich-Institut und das Robert Koch-Institut empfehlen zurzeit, dass Kinder im Alter von sechs Monaten bis neun Jahren einmal eine halbe Erwachsenendosis (0,25 ml) und Personen ab zehn Jahren einmal eine ganze Erwachsenendosis (0,5 ml) erhalten.
Wie lang eine einmalige Impfung anhält, ob sie ausreichend wirksam ist und auch gegen möglicherweise auftretende Varianten des Virus schützt, kann letztlich erst durch Daten der laufenden, klinischen Studien beantwortet werden. Eine endgültige Entscheidung, ob eine einmalige Impfung ausreichend ist oder nicht, kann daher erst getroffen werden, wenn Erkrankungen an der Neuen Influenza nach einmaliger Impfung selten bleiben. Falls dies zukünftig vermehrt auftritt, muss eine zweite Impfung empfohlen werden. Eine zweite Dosis kann auch noch bis zu sechs Monate nach der ersten Impfung verabreicht werden.
Bin ich immun, wenn ich bereits einmal an der Neuen Influenza erkrankt war?
Darüber liegen noch keine belastbaren Daten vor. Es ist davon auszugehen, dass eine Infektion eine Schutzwirkung gegen diesen Erreger erzeugt. Derzeit ist jedoch unklar, wie lange diese Immunität anhält und ob dadurch tatsächlich ein Schutz gegen eine erneute Erkrankung gegeben ist.
Kann ich mich zeitgleich gegen die Neue und die saisonale Influenza impfen lassen?
Es besteht die Möglichkeit, sich zeitgleich impfen zu lassen. Es müssen dann zwei Injektionen an verschiedenen Körperstellen vorgenommen werden.
Wird die Impfung in den Impfpass eingetragen?
Der Impfpass sollte zum Impftermin vorgelegt werden, da auch die Impfung gegen die Neue Influenza - wie jede andere auch - dokumentiert werden muss. Dies erfolgt am besten im Impfpass.
Ist die Impfung gut verträglich?
Der in Deutschland verwendete Impfstoff ist ordnungsgemäß zugelassen und in der Regel gut verträglich. Dennoch können - wie bei jedem anderen Impfstoff auch - Nebenwirkungen auftreten. Diese sind oft Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff. Dabei kann es zu Rötungen, Verhärtungen und Schmerzen an der Einstichstelle so wie auch zu leichtem Fieber kommen. In den meisten Fällen treten die genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen nur vorübergehend auf und klingen folgenlos wieder ab. Über weitere mögliche Risiken berät Sie Ihr Hausarzt bzw. behandelnder Arzt.
Kann durch die Impfung eine Grippe ausgelöst werden?
Eine Grippe kann man von der Impfung nicht bekommen, da der Impfstoff nur abgetötete Viren enthält. Daher können sich auch Menschen mit einem schwachen Immunsystem impfen lassen. Als Nebenwirkung können jedoch Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber auftreten. Dies kann in schwacher Form einer Grippe ähneln, ist jedoch nicht ansteckend.
Warum werden bei der Impfung gegen Neue Influenza Wirkverstärker eingesetzt?
Durch die Zugabe eines Wirkverstärkers (Adjuvans) kann die pro Impfstoffdosis eingesetzte Antigen-Menge reduziert werden. Dies ist besonders in einer Pandemie von großer Bedeutung, wenn in einem kurzen Zeitraum eine große Impfstoffmenge hergestellt werden muss. Die Zugabe des Adjuvans soll eine verstärkte Immunantwort des Körpers bewirken. Allerdings können durch die Verwendung dieser Adjuvanzien im Vergleich zu saisonalen Grippeimpfstoffen etwas häufiger Lokal- oder Allgemeinreaktionen auftreten.
Ist die Impfung auch für Schwangere gut verträglich?
Die Ständige Impfkommission empfiehlt, bis zum Vorliegen weiterer Daten, Schwangere mit einem Impfstoff zu impfen, der keine Wirkverstärker enthält. Schwangere können aber, insbesondere wenn Risiken vorliegen (zum Beispiel eine chronische Grundkrankheit oder erhöhtes Infektionsrisiko) nach einer individuellen Beratung durch den behandelnden Arzt mit einem Impfstoff mit Wirkverstärker geimpft werden, wenn kein anderer verfügbar ist.
Wer sollte nicht geimpft werden?
Wer an einer akuten, behandlungsdürftigen Krankheit mit Fieber leidet, sollte nicht geimpft werden. Diese sollte dann zu einem möglichst frühen Zeitpunkt nachgeholt werden. Wer an einer nachgewiesenen Allergie gegen Hühnereiweiß leidet, darf nicht mit einem Impfstoff geimpft werden, der aus Hühnereiern gewonnen wurde. Ebenso dürfen Personen mit starker Überempfindlichkeit gegen Bestandteile, die in Spuren im Impfstoff enthalten sind, wie zum Beispiel Thiomersal, Formaldehyd, Gentamicinsulfat oder Natriumdeoxycholat, nicht geimpft werden. Für Kinder unter sechs Monate ist der Impfstoff nicht zugelassen.
Darüber hinausgehende Fragen und vor allem solche, die im Zusammenhang mit Ihrem persönlichen Gesundheitszustand auftreten, sollten im Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt geklärt werden.
Aktuelle Situation
In Delmenhorst sind bisher 118 Fälle der Neuen Grippe (Influenza A/H1N1) gemeldet worden. Die Erkrankung verläuft auch weiterhin im Schnitt harmloser als die herkömmliche Grippe.
Stand: 4. März 2010, 11 Uhr
In Deutschland wurden seit Ende April 2009 insgesamt 222.360 Fälle der Neuen Grippe gemeldet.
Stand: 23. Februar 2010, 15 Uhr
Weitere Informationen zur Neuen Grippe erhalten Sie auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts. Daten zur Neuen Influenza in Niedersachsen sind beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt abrufbar.
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