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Pressemitteilung - 16. Juni 2017

Gebäudemanagement verbietet umstrittenen Dämmstoff

Als Reaktion auf den Hochhausbrand in London mit mindestens 17 Toten hat Fachbereichsleiter Andreas Tensfeldt (Gebäudemanagement) die Verwendung von Wärmedämmmaterial aus Polystyrol (Styropor) an städtischen Gebäuden verboten.

„Dieses Wärmedämmmaterial kann im Brandfall äußerst gefährlich sein und bei bestimmten Brandsituationen zu einer sehr beschleunigten Brandausbreitung mit fatalen Folgen für die dort wohnenden oder arbeitenden Menschen führen“, sagt Tensfeldt. „Dies wurde gerade wieder durch den Brand des Hochhauses in London deutlich.“

Ferner sei dieser Baustoff ökologisch bedenklich und laufend in der Diskussion. Inhaltsstoffe, die aus dem Baustoff ausdiffundieren, könnten die Umwelt schädigen. Zudem sei der Energieaufwand bei der Produktion deutlich höher als bei der Herstellung von Mineralfaserplatten.

„Neben dem Verbot von Polystyroldämmplatten als Wärmedämmverbundsystem an städtischen Gebäuden wird auch die Verwendung als Dämmstoff für andere Zwecke mit alternativen Ausführungen verglichen und darüber hinaus geprüft, ob möglichst auch in diesen Fällen die Verwendung von Styropor vermieden werden kann“, sagt Tensfeldt.

Für die unterschiedlichsten Maßnahmen zur Wärmedämmung in oder an Gebäuden kommen diverse Baustoffe zum Einsatz. Häufig werden Mineralfasermatten oder Styroporplatten, ganz genau Polystyrolschaumplatten, verwendet. Mineralfasermatten, idealerweise aus Steinwolle, werden als „A1-nicht brennbar“ klassifiziert. Polystyrolschaumplatten erreichen lediglich eine Baustoffklassifizierung von „B2-normalentflammbar“, manchmal „B1-schwerentflammbar“.

Durch die sich stetig verschärfende Energieeinsparverordnung (EnEV) werden weitergehende Energiesparmaßnahmen an Gebäuden erforderlich. Seit etlichen Jahren wird verstärkt auf die intensive äußere Wärmedämmung von Gebäuden gesetzt. Diese als Wärmedämmverbundsysteme angebotenen Baustoffe basieren häufig auf Polystyrolschaumplatten, die in großen Mengen verwendet werden und gute Wärmedämmeigenschaften besitzen. Mineralfasermatten erreichen vergleichbar gute Werte, sind jedoch oftmals etwas teurer.

Die Brandeigenschaften dieser beiden Baustoffe sind jedoch grundlegend unterschiedlich. In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Großbränden gekommen, die durch die rasant schnelle Brandausbreitung an den Fassaden mit Polystyrol-Wärmedämmverbundsystemen fatale Folgen hatten. So entstand beispielsweise im Jahr 2011 ein erheblicher Gebäudeschaden mit massiver Gefährdung der dort lebenden Bewohner in einem Wohnkomplex an der Bremer Straße in Heidkrug. An den dortigen Mehrfamilienhäusern waren Styropor-Wärmedämmverbundsystem-Platten verwendet worden.


Nr. 304/17 - tif